Werbung in den USA

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Was mir in den Staaten auffällt ist, dass hier ziemlich viel mit Werbung zu tun hat. Oftmals ist die Werbung, die auf den ersten Blick toll aussieht, nur Fassade.

Hier ein paar Beispiele:

Der Durchschnittsamerikaner versucht jeden Tag für sich zu werben und sich zu verkaufen, indem er Smalltalk führt. Mit Personen auf der Straße, im Büro, mit Freunden oder mit Mäc Donald´s Angestellten. Mit dem Smalltalk versucht man sich selbst zu präsentieren und sucht nach Anerkennung, ohne wirklichen Kontakt zu wollen. Im College hat eine Collegeberaterin mit mir Smalltalk geführt und gemeint, ich kann mit allen Problemen zu ihr kommen und sie würde sich um alles kümmern. Klasse, dachte ich mir und kam dann auch gleich ein paar Tage später.  Sie reagierte allerdings eher verärgert und abweisend und hat sich nicht wirklich um mich gekümmert.

Ein amerikanischer Spielfilm im TV wird ca. alle 8-10 Minuten von einer Werbepause unterbrochen. Ich dachte schon, dass es in Deutschland viel wäre. Aber hier ist es um einiges mehr. Die Werbung ist qualitativ gleichwertig, wenn man die Produkte aber kennt weiß man, dass hinter der Werbung oft nur leere Versprechen stecken oder viel im Kleingedruckten (Versicherungen etc.) steckt.

An meinem College habe ich mich für einen Sportkurs („weight lifting = Gewichteheben) mit folgender Kursbeschreibung entschieden: This course covers advanced levels of weight training. Emphasis is placed on meeting individual training goals, addressing weight training needs and interests and developing muscular strength, muscular endurance, and muscle tone . Upon completion, students should be able to establish and implement an individualized advanced weight training program. Ich war echt beeindruckt und wollte natürlich ein weight training program haben und individual training goals und advanced levels. Klar. Dachte, ich bin dann von Muskelprotzen wie aus den amerikanischen Spielfilmen umgeben, die hardcore trainieren. Die Umsetzung, also die Realität habe ich heute erlebt und die sah so aus: Der „Trainer“ sagte zu dem bunt durchgemischten Haufen, der sich da angesammelt hatte und aus Dicken, Schwächlingen und Normalos bestand: „Das Training beginnt. In 1 Stunde sperre ich den Raum dann wieder zu.“ (Der Raum ist im übrigen uralt und die Geräte kurz vorm Rosten 😉

Am College wird auch ganz viel Werbung für verschieden zusätzliche Kurse gemacht, die man doch alle belegen kann. Und ganz viele Clubs und Gruppenaktivitäten (laut Homepage) wie Tanzen, Volleyball, Basketball etc. Ich habe intensiv nach all dem gesucht und festgestellt, dass es die entweder gar nicht gibt oder sie auf einem anderen Campus über 50 Meilen entfernt befinden. Dabei sah das Einführungsvideo im Internet sooo toll aus 😉

Das System lässt sich meiner Meinung nach auch gut auf die Politik der Vereinigten Staaten übertragen: Es wird viel Eindruck gemacht und versucht, Stärke und Macht zu zeigen durch Kriege. Man macht Werbung für sich und verkauf sich als starke, entschlossene und selbstbewusste Nation, die sich darum kümmert, das Gleichgewicht und den Frieden in der Welt zu bewahren. Ich sehe das allerding eher als Verzweiflungsakt einer Regierung, die Angst hat an Macht und Einfluss zu verlieren und so versucht, die Jahre des „Ruhmes und Glanzes“ zu verlängern.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang von der ganzen Werbung und dem Drumherum geblendet war. Ich versuche, hinter die Fassade zu blicken und werde auch weiterhin alle meine Erfahrungen kritisch hinterfragen. Schließlich habe ich nicht umsonst „Marketing“ als Studienfach für mein College gewählt.

Ich könnte hier noch viele Beispiele nennen, die ich gefunden habe, aber ich will mich kurz fassen.

Die Hauptaussage, die ich machen will ist, dass man nicht alles so hinnehmen soll wie es einem verkauft wird. In einer Welt, die von der Unterhaltungsindustrie und den Medien dominiert wird (natürlich auch in Deutschland) soll man nicht leichtgläubig und naiv sein. Man glaubt sehr oft und sehr schnell das, was man hören will, was sich gut anhört oder was mach gerade braucht. Ich versuche bewusst zu leben und mich auf Dinge im Leben zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind und fundamentalen Bestand haben. Yo.

Posted on August 21st 2009 in Werbung

One Response to “Werbung in den USA”

  1. Andi Says:

    das hast du gut geschrieben 🙂

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