Pünktlich am 31.10. war es DA! Halloween… Mein erstes Halloween in den Vereinigten Staaten. Der Tag verlief ziemlich relaxed. Nachmittags gemütlich Bierchen trinken und Filmchen schauen. Aber sobald es dunkel wurde stand natürlich in der Nähe der Tür eine Megaschüssel mit Süßigkeiten für die Kinder bereit, die ihre Trick-or-Treat-Spielchen machen wollten. Doch das es in unserem Viertel nicht allzu viele Kinder gibt, war der Zulauf relativ gering. War trotzdem mal lustig das alles so zu erleben.

Dave und ichGegen 21h haben Jeremy und ich uns dann auch bereit gemacht. Er hat sich als toter Fahrradfahrer verkleidet und ich als Joker. Jessie hat uns dann nach Downtown gefahren zu einer Mega Halloween Party mit mehr als 200 Leuten. 3 Dancefloors und Live Bands und natürlich alle verkleidet. Das war schon lustig anzusehen. Von einfachen Geistern bis Jack Sparrows, die kaum vom Original zu unterscheiden waren, war alles dabei. Und da es sich um ein privates Gelände handelte, war auch Gott sei Dank mal nicht schon um 2 Schluss. Im Frühen Morgengrauen ging es dann ab zu Dave’s Apparment ein paar Blocks die Straße runter, wo wir für ein paar Stunden schlafen konnten. Auch wenn ich Halloween in Deutschland nicht so wirklich nachempfinden konnte, muss ich sagen, hab ich hier einen Megaspaß gehabt :)

Hoover Dam

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Nachdem wir es tatsächlich schafften am nächsten Morgen pünktlich aus dem Hostel zu kommen war unser erster und einziger Stopp auf dem Heimweg nach ABQ der Hoover Dam. Wenn auch nur 25 Meilen ausserhalb von Vegas gelegen, brauchten wir fast eine Stunde. Der Verkehr begann schon kurz nach Vegas zu stocken und dann ging es nur noch im Schritttempo weiter. Nach einer Sicherheitskontrolle konnten wir endlich weiterfahren und uns auf der anderen Seite des Dammes einen nahegelegenen Parkplatz suchen. Von dort aus ging es zu Fuß zurück. Was vom Auto aus recht überschaubar wirkte wurde zu Fuß zum Erlebnis. Die Ausmaße dieses Dammes sind echt gigantisch. Noch dazu wenn man im Hintergrund die neue Brücke entstehen sieht, an der seit über 6 Jahren gearbeitet wird. Sie gehört zu der neuen Umgebungsautobahn, die den Verkehr um den Damm herumleiten soll. Nach ca. 1h ging es dann weiter den langen Weg nach Albuquerque. Vollkommen erschöpft und überwältigt von den genialen Eindrücken kehrten wir gegen halb 2 nachts vom Fallbreak Roadtrip zurück…

…stays in Vegas! :)

Ich werde trotzdem davon erzählen! Zum Einbruch der Dunkelheit kamen wir über die Hügel der Leak Mead Recreation Area und konnten das volle Ausmaß des eindrucksvollen Lichtermeers von Las Vegas sehen. Einfach gigantisch! (ich glaube Las Vegas verbraucht an einem Tag mehr Strom als eine deutsche Kleinstadt in einem Monat) Natürlich wollten wir uns einen guten Start ins Abenteuer Vegas nicht nehmen lassen und beschlossen über den Strip hereinzufahren. Da anscheinend nicht nur wir diese Idee hatten war das  Verkehrsaufkommen dementsprechend.

Endlich in unserem Hostel angekommen mussten wir erstmal feststellen, dass es nicht sooo nah am Trubel war wie wir uns das gewünscht hatten. Aber das Zimmer war großzügig, nahe am Pool (auch wenn wir ihn nicht benutzen sollten) und alles recht sauber. Nachdem wir uns frisch gemacht und was gegessen haben ging es erstmal zur Fuß zur Bushaltestelle und da mit dem Pendelbus den Strip hinuter. Am CircusCircus stiegen wir aus und trafen uns mit einigen anderen Internationals von UNM die auch dort waren. Gemeinsam gings dann den Strip hinuter und durch die zahlreichen Casinos wie das Ceasars Palace, Mirage oder das Luxor. Zwischendrin wurden mal ein paar Dollar in die Slotmachines geworfen, aber wirklich was gewonnen hat niemand. Dafür kann man umsonst trinken wenn man spielt. Das mussten wir natürlich ausnutzen. Auch ansonsten ist SinCity die einzige Stadt, in der man auf der Straße trinken darf. Eigentlich jeder (ab 21 natürlich) läuft mit einem Bier oder Cocktail den Strip hoch und runter und genießt das Gewusel der ganzen Touris. Überall wird man angesprochen ob man nicht ganz umsonst in einen Club will oder mit der Limo in den nächsten Stripclub gefahren werden will. Wir lehnten dankend ab. Da es schon fast halb 3 Uhr morgens war beschlossen wir noch ins Luxor und den dortigen Club LAX zu gehen. Leider mussten wir Europäer feststellen, dass diese Stadt doch nicht so 24/7 ist wie sie scheint. Kein Eintritt mehr, da es nur bis um 4 Uhr geht. Also das ist echt keine Clubkultur. Ein wenig frustriert machten wir noch eine Runde durch Casino und gingen zur nächsten Bushaltestelle um zum Hostel zurück zu fahren. Gegen halb 6 waren wir dann im Bett und das hieß nur eins: ausschlafen!

Am nächsten Morgen (Mittag) hieß es erstmal frühstück besorgen. Wir machten uns ein paar Sandwiches und ab ging es zum Las Vegas Sign. Ein Foto dort ist einfach muss. Für uns hieß es erstmal anstehen. Denn bevor wir ein Foto machen konnten mussten erstmal die wilden Fotogelüste von einer Hochzeitsgesellschaft gestillt werden. (ich glaube ich habe in den 2 Tagen in Vegas mehr Hochzeiten gesehen als zuvor in meinem ganzen Leben) Nach dem Foto gings dann ab in einer der Outlet Malls in der Nähe des Flughafens. Ich glaube hier könnte man Tage verbringen und unglaublich viel Geld ausgeben. (wenn mans denn hat…) Als wir endlich fertig waren war es draußen schon dunkel. (Natürlich) offen gings über den Strip zurück zum Hostel. Frisch machen, Essen und dann ab zu den anderen ins Hotel. Dieses Mal wollten wir es unbedingt in einen Club schaffen. Und Heather, eines der Mädels, hatte jede Menge VIP Karten abgestaubt. Freier Eintritt bis Mitternacht… Nach ein wenig vorglühen gings ab ins Caesars Palace wo wir in den dortigen Nightclub Pure wollten. Die Schlange war unglaublich. Als wenn Mediamarkt und Saturn gleichzeitig neu aufmachen, WSV haben und kostenlos Playstations verschenken. Also hieß es anstehen. Kann ich ja von Natur aus schon net ausstehen. Aber dann kam die Härte: Aus der so genannten “VIP Schlange” wurde nur alle 10-15min jemand kostenlos in den Club gelassen. Für den Rest hieß es anstehen und warten. Nach eineinhalb Stunden und natürlich kurz nach 12 ging es plötzlich recht schnell. Und aus dem kostenlosen Clubeintritt wurden schnell mal 30$ gemacht. “VIP Karten” gelten ja nur bis Mitternacht. Drinnen war die Party schon in vollem Gang. Sean Kingston performte “live”. Oder eben so live wie man eben Playback performen kann und die Leute waren am ausrasten. Ich wusste zunächt nichtmal wer das eigentlich ist. Aber die Party war schon recht cool! Der Club an sich ist gigantisch. Mehrere Ebenen, eine geniale Terrasse mit Blick über den Strip und natürlich vollkommen überzogene Getränkepreise. Da aber etwa 20 UNM Studenten an diesem Abend da waren, konnte sich die Party echt sehen lassen. Auch an diesem Abend waren wir erst gegen 6 wieder im Hostel. Nur gut, dass wir bis 12 Uhr Zeit hatten Koffer zu packen und auszuchecken um die 11h Heimweg anzutreten…

Mein Fazit: Eine vollkommen künstliche Stadt, mit künstlichen Leuten, total überzogen und bei Tag betrachtet abseits vom Stip auch ziemlich häßlich. Aber für ein Wochenende: GENIAL! :)

Zion National Park

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Nach ein paar weiteren Stunden Fahrt, waren wir endlich am Zion National Park angekommen. Ich hatte schon von meiner Gastfamilie gehört, dass es ziemlich schön da sein soll. Aber es war noch besser. Ich würde es definitiv zu den schönsten Landschaften zählen, die ich je in meinem Leben gesehen hab. Die Berge sind einfach unglaublich und es sieht einfach unheimlich idyllisch aus. Wir verbrachten ein paar Stunden dort um ein wenig abseits der Straße umherzulaufen und Fotos zu machen. Es war gigantisch! Und die Straße ist wie gemacht für mein Auto :) Doch leider waren dieses Mal weder Speedlimits noch Verkehr auf unserer Seite. Dennoch hat sich der Besuch hier auf jeden Fall gelohnt.

Anschließend ging es über die Interstate weiter Richtung Vegas. Da wir aber der Meinung waren abseits des Highways mehr zu sehen zu bekommen, beschlossen wir den etwas längeren Weg durch die Lake Mead Recreation Area zu nehmen. Lake Mead ist der Stausee des Hoover Dams und dementsprechend groß. In der Recreation Area gelegen ist der Valley of Fire State Park. Ein Gebiet, dass aus roten, ziemlich futuristisch aussehenden Felsen besteht. Der perfekte Ort für einen Sonnenuntergang, aber aufgrund einer falschen Abfahrt und des daraus resultierenden Umweges waren wir etwa 10 Minuten zu spät dran… Also ging es weiter auf unser Hauptziel zu. Noch ca. 25 Meilen bis zur Stadtgrenze!

Der erste Roadtrip

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Über Fallbreak war es endlich soweit. Mein erster Roadtrip in den USA. Zusammen mit Johnny beschloss ich in den 4 freien Tagen zum Monument Valley, Zion National Park, Hoover Dam und Las Vegas (Vegas, Baby) zu fahren. Schlappe 1600 Meilen in 4 Tagen. Sollte machbar sein :) Also ging es Donnerstagmorgen um kurz vor neun bei ihm los. Da das Wetter es zulies natürlich “oben ohne” Richtung Monument Valley. Die Fahrt dahin war ziemlich cool. Wir fuhren erst Richtung Westen und dann weiter nach Norden. Die Landschaft unterwegs ist recht Abwechslungsreich und gerade bei strahlendem Sonnenschein sehr ansehnlich. Gerade für Europäer ist es gigantisch zu sehen, dass man einfach mal 70km auf einer Straße geradeaus fahren kann ohne dabei mehr als vll. 30 Autos zu sehen. Und natürlich dabei keine Ortschaft oder Stadt zu sehen. Einfach nur Wüste, Wälder, Berge oder auch ganz spannend: nichts. Aber mit guter Musik und schönem Wetter lässt sich das ganz gut aushalten. Faszinierend sind auch die Dinge, die man während der Fahrt so aufnimmt. “Wohnwagen” so groß wie Doppelgelenkbusse, die hinten dran noch einen Landrover Geländewagen ziehen und ein Motorboot auf dem Dach haben. (braucht man auch in der Wüste…) Oder Güterzüge die so 3-4km lang sind und von 15 Diesellokomotiven gezogen werden. Oder Trucks, die 4 andere Trucks transportieren. Würde man auf einer deutschen Autobahn wahrscheinlich eher net finden. Nach ca. 7h Fahrt hatten wir das Monument Valley erreicht. Einfach gigantisch! Kein Foto kann auch nur annähernd beschreiben wie es ist, wenn man auf diese riesigen Steinformationen zufährt. Ich würde definitiv sagen, es ist beeindruckender als der Grand Canyon. Der Eintritt war mit 5$ pro Person auch recht human. Ausgestattet mit einer Karte konnten wir uns nun auf den Weg quer durch den Nationalpark machen. Einige Leute machten schon einen etwas erstaunten Gesichtsausdruck, als wir mit dem Cabrio (immer noch offen) auf die Schotterpisten (oder noch schlechter) zu den einzelnen Aussichtspunkten fuhren. Aber wenn man schon mal da ist… Wo sollte ich auch so schnell einen Geländewagen herbekommen? Die Quittung bekam wir aber hinterher. Zum einen einen leichten Sonnenbrand vom permanenten Offenfahren und das Auto war nicht wiederzuerkennen. Bis in die kleinste Ritze mit rotem Staub bedeckt. Aber der Spass war es definitiv wert! Nach Sonnenuntergang fuhren wir noch 20 Meilen weiter nach Mexican Hat, Utah, um dort zu nächtigen. Der Ort besteht mehr oder weniger aus 3 Motels, einem Restaurant und einer Tankstelle. Aber das Motel war billig und sauber und auch das Restaurant konnte sich sehen lassen! Nach der langen Fahrt war uns sowieso jedes Bett recht…

Am nächsten Morgen sahen wir erstmal wie schön das Motel eigentlich gelegen waren. Da es bei unserer Ankunft schon stockfinster war hatten wir gar nicht gesehen, dass es direkt an einem kleinen Flüßchen mit einer tollen Felslandschaft gelegen war. Nach einem kleinen Frühstück ging es weiter Richtung Vegas. Nochmals vorbei am Monument Valley machten wir uns aber zunächst auf den Zion National Park zu besichtigen…

So, es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update in meinem Blog. Diesmal zu Thema amerikanische Hauspartys…

Die Hausparty-Kultur ist komplett unterschiedlich zu allem was ich bisher in Deutschland gesehen habe. Da es hier, besonders für Leute unter 21 schwer ist wegzugehen gibt es fast jedes Wochenende irgendwo in der Stadt eine Hausparty. Die Kunst besteht darin, rauszufinden wo eine stattfindet. Dank Facebook ist man meistens schon irgendwie informiert aber es gibt auch immer irgendjemanden der irgendeinen kennt, der weiß wo was los ist.
Es gibt ein paar entscheidende Vorteile gegenüber dem regulären weggehen hier. Zum einen ist in Albuquerque nicht wirklich viel los. Ich meine, es ist nicht so das es hier nichts gibt, aber das meiste sind Bars und das ist nicht unbedingt meine Vorstellung von Wochenende und Weggehen. Zudem machen alle Bars spätestens um 2 zu. Auch am Wochenende. D.h. so Partys, wie ich bisher gewöhnt war gibt’s hier nicht.
Zurück zu den Hauspartys. Der Vorteil ist, es ist günstig, es ist nicht um zwei zu Ende und man muss keinen Dresscode beachten. Aber natürlich gibts auch Nachteile. Zum einen muss man erstmal eine Party finden, dann muss man hinkommen (was hier schonmal zum Problem werden kann, da man überall mit dem Auto hinfahren muss) und dann kann es natürlich auch sein das die Polizei vorbeikommt und die Party beendet. Dieses Risiko besteht vor allem in der Nähe des Campus und wenn sich überwiegend jüngeres Publikum auf der Party befindet.
Ich muss ehrlich sagen, ich kannte bis jetzt vielleicht einen Hausbesitzer bei dem eine Party stattfand. Und ich war schon auf einigen. Teilweise geht man direkt auf 2-3 Partys an einem Abend. Je nach Stimmung, Leuten und Polizei. Bei meiner ersten “wirklichen” Hausparty hier, musste ich direkt an diese typischen amerikanischen Collegefilme denken. Es war eine Megaparty in einem Haus, drinnen alles voll, Terrasse vorne voll, und die Veranda hinten raus natürlich auch. Das ganze etwa 5min zu Fuß vom Campus weg. Da musste ja was passieren… :) Plötzlich ging ein Aufschrei durch die Menge: Party Patrol, die Cops kommen! Alle unter 21 raus! Es hätte in keinem Film besser sein können. Alle ohne ID und unter 21 wurden plötzlich recht panisch und suchten nach dem schnellsten Weg raus. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Eine größere Gruppe sprang tatsächlich über die Gartenzäune in die Gärten der Nachbarn und lief davon. Sowas hab ich ja auch noch nicht gesehen. 10min später waren die Cops dann wirklich da. Mit 5(!!!) Streifenwagen kamen sie vor das Haus gefahren und liefen von allen Seiten mit Taschenlampen um das Haus und lösten die Party auf. Von ein paar Amerikanern erfuhr ich aber, dass das es ein relativ ruhiger Einsatz war, da keine IDs kontrolliert wurden und auch niemand festgenommen wurde. Das kann hier ohne weiteres schon mal passieren.
Natürlich wollte noch keiner nach Hause gehen, also wurde sich kurz danach zusammengefunden und auf die nächste Party ein paar Straßen weiter getroffen. Diese verlief dann auch relativ ruhig.

Die gesammte Partykultur hier ist anders als bei uns. Ich empfinde es auch als wesentlich angenehmer auf einer Party mit vielen Internationals zu sein, als rein amerikanische Partys. Dies liegt vor allem an der Trinkeinstellung. Da ich meistens fahre, kann ich sowieso nichts trinken. Da es hier für Jungendliche relativ schwer ist an Alkohol ranzukommen wird, wenn denn was da ist, immer zügig getrunken, damit es sich auch gelohnt hat, falls die Polizei irgendwo auftaucht. Dadurch sind die meistens Amerikaner nach ca. 2h schon total voll, während Leute aus Europa oder auch anderen Ländern, in denen Alkoholkonsum anders abläuft eher genießen und eben nicht total voll in der Ecke rumliegen. Aber gut, das Bier was es hier gibt kann man auch nur schnell kalt oder besser überhaupt net trinken.

Ich mach mich jetzt mal auf die Suche nach ner Party :) Will ja schließlich heute Abend noch weggehen…

Freitags war ich auf meinem ersten American Footballspiel. Unsere Uni, die Lobos (Unimaskotchen = Wolf) gegen New Mexico State. Quasi das große Derbie des Jahres. Das schöne an American Football findet eigentlich vor dem Spiel statt und nennt sich Tailgating. Eine sehr nette Erfindung, wohl gut zu beschreiben als eine Mischung aus Vorglühen und Grillparty auf dem Parkplatz. Die Fans beider Mannschaft scharen sich also ab mittags um ihre Autos auf den Parkplätzen und essen und trinken bis das eigentlich Spiel losgeht. Einige kommen auch ausschließlich dazu und gehen dann gar nicht zu dem Spiel (kann ich gut verstehen :) ) sondern fahren dann wieder nach Hause.
Für die ganzen internationalen Studenten gab es ein eigenes Zelt wo wir uns trafen und es Burger und amerikanisches “Bier” gab. Und natürlich alkoholfreie Getränke in extra markierten Boxen für alle unter 21… Da ich mit dem Auto da war, hatte ich einen guten Grund um auf das “leckere” Bud light zu verzichten und stattdessen mit Cola vorlieb zu nehmen. Gegen halb 8 marschierten wir dann alle zum Stadion rüber. Schon ziemlich beeindruckend was die Uni für Stadien hat. Unisport ist in den USA generell höher angesehen als bei uns. Fast jeder hier läuft mit Uniklamotten rum und speziell gegen den “Erzfeind” NM State war die Stimmung riesig. Das Stadion liegt an einem großen Straßenzug umgeben von Parkplätzen, einem Mega Baseball Stadion und dem Neubau der Basketball Arena. Ich würde schätzen, das Football Stadion hat in etwa die Größe des alten Frankfurter Waldstadions, wobei die Haupttribüne schon einiges größer ist. Und das für eine Uni Footballteam… (kürzlich habe ich auch erfahren, dass der Football Coach der UNM eine Million US Dollar verdient, das unterstreicht die Größenordnung des Ganzen hier noch ein wenig)

Die Stimmung im Stadion war absolut genial. Die Leute sind hier richtig verbunden mit ihrer Uni und auch die Alumnis kommen immer noch zu den Spielen und feuern ihr Team an. Fast jeder hatte ein rotes T-Shirt mit dem Logo der UNM drauf oder wenigstens ein Baseballcap. Wir hatten zwar alle nummerierte Karten, aber die Platzordnung ist nicht so wichtig. Man kann sich eigentlich überall hinsetzen wenn was frei ist. Also suchten wir uns ein Plätzchen wo wir mit unserer Gruppe gemeinsam sitzen konnten. Nun brauchten wir erstmal einen, der uns die regeln erklärt. Ich war nur vorgewarnt worden, dass das Spiel ca. 3 Stunden geht. Komisch, sind doch nur 4x 15 Minuten Spielzeit und 20 Minuten Halbzeit pause. Das macht bei mir 1h20min. Jaaa, aber die Zeitrechnung des American Football ist eine andere. (ehrlich gesagt, das System hab ich immer noch nicht ganz raus) Hier gibt es ständig Pausen und Zeitstops und Auszeiten, so dass es kein Wunder ist das sich das ganze Drama über 3 Stunden hinzieht. Wenn man einen langen Spielzug hat, dann dauert das schonmal 20-25 Sekunden. Und dann wieder Pause, neu aufstellen und alles wieder von vorne. Ich habe noch niemals einen so langweiligen Sport in meinem Leben gesehen. Es passiert einfach nix spannendes. Erst im letzten Quarter wurde es richtig interessant, bis die UNM eineinhalb Minuten vor Schluss noch einen Touchdown bekommen hat und 3 Punkte zurücklag. Diese letzten eineinhalb Minuten Spielzeit (ca. 10 Minuten Echtzeit) waren geprägt vom Kampfgeist des Teams und der Zuschauer. Die Leute waren alle total aus dem Häuschen. Als ginge es um den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft. Und fast hätte es auch zum Ausgleich gereicht, aber auch nur fast. So verlor die UNM ganz knapp, was aber laut Zeitzeugen der letzten Jahre wohl meistens der Fall ist. Wäre ja auch zu schön gewesen…

Allerdings gibt es auch 2 richtige schöne Dinge am American Football. Punkt 1: die Fans. Beide Fangruppen laufen gemeinsam herum, schreien sich mit ihren Fangesängen an (auch auf dem Klo wenn sie nebeneinander stehen) :) und feuern ihr Team an wie bekloppt. Aber keiner pöblelt die anderen irgendwie an und nach dem Spiel gehen alle zusammen durch die gleichen Ausgänge aus dem Stadion und und gratulieren sich zur guten (oder auch net so guten) Leistung. Das möchte ich mal bei Energy Cottbus gegen Dynamo Dresden sehen…

Und Punkt 2: die Cheerleader :) Das ist ne netter Erfindung. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass NM State auch da die Nase vorne hatte. Diese Jungs und Mädels (ja es gibt auch männliche Cheerleader) machen echt gut Stimmung. Und sie werden unterstützt von der Marchingband. Das ist eine Megabigband aus bestimmt 70-80 Leuten, die in den kurzen Unterbrechungen und in der Halbzeitpause spielen. Die sind echt nicht schlecht. Und die Halbzeitshow ist nicht zu verachten!

Ansonsten habe ich allerdings festgestellt, dass American Football nicht ganz so mein Ding ist. Zu viele Pausen und zu viel Show um Nix… Das einzige was noch schlimmer ist als American Football im Stadion: American Football im Fernsehen! Eine einzige Katasstrophe. Von den 3 Stunden Übertragung ist ca. 60 Minuten Werbung. In jeder dieser kurzen Unterbrechungen zwischen den einzelnen Spielzügen kommen ein bis zwei Spots. Das ist echt nicht auszuhalten…

Aber ich habe gehört Baseball ist noch schlimmer. Da werde ich mich aber auch noch selbst überzeugen gehen… Und das nächste große Homecoming Footballspiel der UNM werde ich wahrscheinlich trotzdem anschauen :) Einfach weils irgendwie dazugehört…

Zum Schmunzeln…

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Nach den ersten knapp zwei Monaten habe ich schon das ein oder andere lustige Erlebnis hinter mir. Manchmal ist es einfach zum Schmunzeln, manchmal zum Kopfschütteln und wiederum andere Male fühlt man sich perfekt in den Klischees bestätigt, die man so über die “Amis” hat. Hier ein paar kleine Beispiele:

Ich stehe vor Macy’s und werde von einem Mädel angesprochen, wo ich herkomme. Ich schätze sie mal auf ca. 17. Ich sage: “Germany”. Sie fragt mich: “Germany, New Mexico?” Ich schüttelverwirrt den Kopf. “Oh, is it another State?” Ich: No, it’s another country. In Europe” “Oh Europe… I heard about that!”
Einfach nur zum Kopfschütteln…

Hier geht es ja auch viel um Herkunft. Da ja niemand wirklich “echter” Amerikaner ist. Also werde ich natürlich auch immer gefragt, wo ich herkomme und ob ich schon immer in Wiesbaden gewohnt habe und und und. Also hab ich mir angewöhnt zu sagen, dass meine Eltern eigentlich aus Bayern stammen. Lustigste Frage: “When did they move from Bavaria to Germany?”
Jaja, Bayern… Die meisten bayrischen Teilnehmer haben sich angewöhnt einfach zu sagen. Bayern ist wie das Texas von Deutschland. Sie sprechen eine andere Sprache, wollen nicht so wirklich dazugehören, aber bei allen Dingen das letzte Wort haben. Das verstehen die hier dann.

Auch in meiner Klasse von Unistudenten ist man vor Dumm… nein, ich sag mal Einfallsreichtum nicht geschützt.Letzte Woche haben wir einen kurzen Film geschaut. The Story of Stuff (kann ich nur empfehlen, ist sehr unterhaltsam; www.storyofstuff.com). In diesem Film geht es um die Kosumkette vom Rohstoff bis zum Abfall. Generell wird thematisiert warum die Amerikaner so eine gigantische Konsumgesellschaft sind. Und was mit dem vielen Müll geschieht. Die wohl plausibelste Antwort für die Lösung des Müllproblems in den Vereinigten Staaten kam von einem Mädchen aus meiner Klasse: “Warum können wir nicht einfach allen Müll in eine Rakete packen und zum Mars schießen?”
Na klar… Warum bin ich da noch nicht drauf gekommen… Ich glaube sie kommt auch aus Germany, New Mexico…

Das Unileben

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Auch in der Uni läuft es soweit ziemlich gut. Ich glaube ich habe einen kleinen (aber nützlichen) Bonus, weil ich der einzige International in meinen beiden Kursen bin. Dadurch werde ich glaube ich, nicht ganz so streng bewertet wie die anderen. So habe ich zumindestens manchmal den Eindruck. (oder bin ich einfach nur gut??? :-p ) In Public Speaking habe ich meine ersten 2 Reden gehalten. Eine war nur zur Übung ca. 2-4 Minuten über ein Thema das uns vertraut ist und in dem wir sicher erzählen können. Also hab ich über den Bewerbungsprozess des PPP geredet. Die Organisation freut sich immer über Werbung für das Programm und ein wenig Eigenwerbung schadet ja auch net. Soll ja keiner denken, ich bin zum Spass hier… ;)

Die zweite Präsentation war bewertet und ging über 5-6 Minuten. Schwerpunkt hierbei war: Überzeugen. Wir mussten also ein Thema wählen, was wir den anderen vorstellen und dabei deutlich machen, warum wir glauben, dass alle es machen oder toll finden sollen. Naja, einmal in die Trickkiste gegriffen und da war es wieder, das PPP :) Diesmal habe ich allerdings darüber geredet warum ich der Meinung bin, dass ein Auslandsaufenthalt für jeden aus der Klasse für die persönliche und berufliche Entwicklung Vorteile bringt. War auch ganz gut. Allerdings habe ich ein wenig Überzogen, was dann zu leichtem Punktabzug geführt hat, aber das lässt sich trotzdem verkraften. War erstmal heilfroh, dass ich das über die Bühne gebracht habe. Ist schon was anderes in einer anderen Sprache vor Muttersprachlern eine Rede zu halten. Aber die meisten sind ganz nett und sagen wie toll es doch war. Auch wenn man das Gegenteil denkt, baut es einen doch ganz schön auf. Das ist eben die Freundlichkeit hier. Egal wie man abschneidet, das positive wird immer hervorgehoben. Das finde ich eine ziemlich gute Einstellung hier. Gibt einem ein besseres Gefühl…

Auch die Hausaufgaben haben ein wenig nachgelassen. Dafür sind sie jetzt meistens ausführlicher. Die Essays werden länger und die Aufgaben komplexer. Aber trotzdem nicht so schwer, dass es nicht machbar wäre… Das nächste Große was ansteht ist der Research Quest Day. Das ist eine Veranstaltung, auf der man entweder einen Vortrag halten, etwas kreatives aufführen oder ein Poster präsentieren kann. Da wir von Fach International Studies dazu angehalten sind nach Möglichkeit daran teilzunehmen (was uns die Teilnahme an den Final Exams erspart) sollen wir auch etwas fachbezogenes präsentieren. D.h. irgend etwas mit internationalem Zusammenhang. Mitte Oktober müssen wir uns online registriert haben. Der RQD ist dann Anfang November. Ich denke, ich werde ein Poster erstellen. Allerdings habe ich keinen blaßen Schimmer bis jetzt über was… Aber ich hab ja auch noch ein paar Tage Zeit…

Am Dienstag war es dann soweit. Ich konnte endlich meinen Führerschein “machen”. Nun hatte ich den kompletten Papierkram zusammen und, oh wunder, es gab keine einzige Beanstandung. Alles klappt hervorragend. Ich kam um ca. 10 Uhr am MVD an und zog Nummer 104. Noch bevor ich mich hingesetzt hatte wurde schon Nummer 101 ausgerufen. Das ist wohl Schicksal. Nach 5 Minuten war ich an einem Schalter. Die Dame, die mich bediente kannte mich schon :) (wieso bloß…) Diesmal lief alles wie am Schnürchen. Der einzige Fehler: sie nahm das falsche Formular, so dass mein Führerschein nun nur für 4 Jahre anstatt für 8 gültig ist. Aber das war mir dann auch egal. Denn für 8 Jahre hätte ich dann direkt auch noch mal das komplette Prozedere mit Foto machen, Unterlagen scannen, etc. durchlaufen müssen. Und dadrauf hatte ich dann doch keine Lust.

Mit dem Führerschein konnte ich auch endlich meine Autoversicherung abschließen. Natürlich nur Haftplicht. Das ist hier auch das Minimum. Wird schon nix passieren :) Und irgendwo muss man ja sparen. Ich hab mit ziemlich vielen Leuten hier geredet und die Mehrheit hat nur eine Haftplicht. Ist also wohl ganz normal, nicht wie bei uns, dass alles voll abgesichert ist.

Mit den Papieren von der Versicherung konnte ich am Freitag dann endlich wieder zum MVD gehen um mein Auto zu registrieren. Leider war mir das Glück an diesem Tag nicht so hold. Ich hatte eine Nummer weit über 500 und so ca. 2-3 Stunden Wartezeit vor mir. Auf gar keinen Fall. Gott sei Dank gibt es ja das MVD Express. Da zahlt man ein paar Dollar mehr, dafür geht es aber auch schnell und unkompliziert. Nach einer halben Stunde hatte ich das Auto registriert und das Kennzeichen am Auto festgeschraubt. Nun kann ich die Straßen von Albuquerque unsicher machen :)

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