Der “Adventurous April” bot für mich einige ganz besondere Highlights. Direkt am ersten Wochenende ging es mit 12 Mitstudenten und Freunden zum Tag der offenen Tür der “Trinity Site”. Dieses militärische Spergebiet ist 2mal im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist das ehemalige nukleare Testgeländer des US Militärs auf dem am 16. Juli 1945 die erste Atombombe gezündet wurde. Schon auf der Fahrt zum eigentlichen Ground Zero erkennt man, warum dieses Gelände als Test Site gewählt wurde. Von Bergen umrahmt ist die Trinity Site ein flaches Gelände mitten in der Wüste mit keinerlei besonderen Merkmalen versehen. Am Ground Zero steht ein großer Gedenkstein und rings umher gibt es eine sehenswerte und informative Austellung rund um die Geschichte der Atombombe. Trotz der Unscheinbarkeit des Areals ist es ein beeindruckendes Gefühl am Punkt der ersten Zündung zu stehen und es war schön einen so historisch bedeuteneden Ort zu besuchen.

Mein zweites Highlight hatte ich knapp zwei Wochen später, als wir zusammen mit einem erfahrenen Schützen in die Wüste zum Schießen fuhren. Etwas komisch kamen wir 3 Europäer trotzdem erstmal vor als wir mit unserem amerikanischen Freund zu Walmart fuhren und erstmal ein paar 100 Schuss Munition einkaufen gingen. Das amerikansche Waffenrecht ist echt eine Nummer für sich… Nachdem wir einige Meilen ausserhalb der Stadt in der Wüste anhielten, kam ich mir vor wie im Vorspann von Lord of War. Der komplette Boden war mit leeren Patronenhülsen bedeckt und es lag alles voll von selbstgebastelten Zielscheiben über leere Flaschen bis hin zu alten Fernsehern und anderen Elektrogeräten, die als Zielscheibe genutzt worden waren. Nach einer ausführlichen Einweißung und Sicherheitsbelehrungen durften wir dann der Reihe nach mit verschiedenen Waffen aus dem privaten Arsenal von Gerret schießen. 2 verschiedene Schrotflinten, ein Sturmgewehr und 2 Pistolen. Es war schon ein gewaltiger Eindruck einmal selbst auf den Abzug zu drücken. Und Spass hat es auch gemacht. Dennoch bin ich der Meinung das es Waffen in den USA viel zu einfach zu erstehen gibt und die Gesetze in Deutschland zum Waffenbesitz auf jeden Fall eine große Bereicherung sind. Wer erst mit 21 ein Bier trinken darf sollte nicht mit 18 bei Walmart eine Pumpgun kaufen dürfen…

Ende April gab es dann noch ein schönes musikalisches Highlight. Zusammen mit Tom fuhr ich nach Denver für das Blue October Konzert. Als Vorgruppe spielten Hurricane Bells (bekannt durch den Soundtrack für Twilight – New Moon) und Stars of Track and Field. Durch Zufall lernte ich den Sänger der Hurricane Bells kennen, der uns spontan für das Konzert am nächsten Abend in Albuquerque einlud und uns auf die Gästeliste setzte. Nach dem Konzert warteten wir noch ein wenig vor dem Ausgang und lernten die Jungs von Blue October kennen, die alle sehr nett und aufgeschlossen sind und sich viel Zeit für die noch dagebliebenen Fans für Autogramme, Fotos und Gespräche nahmen. Am nächsten Morgen ging es dann direkt nach ABQ zurück und trotz der vielen Fahrerei war es ein gigantisches Wochenende mit 2 tollen Konzerten!

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