Nov
7
Ja, sie springen tatsächlich…
Filed Under USA
So, es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update in meinem Blog. Diesmal zu Thema amerikanische Hauspartys…
Die Hausparty-Kultur ist komplett unterschiedlich zu allem was ich bisher in Deutschland gesehen habe. Da es hier, besonders für Leute unter 21 schwer ist wegzugehen gibt es fast jedes Wochenende irgendwo in der Stadt eine Hausparty. Die Kunst besteht darin, rauszufinden wo eine stattfindet. Dank Facebook ist man meistens schon irgendwie informiert aber es gibt auch immer irgendjemanden der irgendeinen kennt, der weiß wo was los ist.
Es gibt ein paar entscheidende Vorteile gegenüber dem regulären weggehen hier. Zum einen ist in Albuquerque nicht wirklich viel los. Ich meine, es ist nicht so das es hier nichts gibt, aber das meiste sind Bars und das ist nicht unbedingt meine Vorstellung von Wochenende und Weggehen. Zudem machen alle Bars spätestens um 2 zu. Auch am Wochenende. D.h. so Partys, wie ich bisher gewöhnt war gibt’s hier nicht.
Zurück zu den Hauspartys. Der Vorteil ist, es ist günstig, es ist nicht um zwei zu Ende und man muss keinen Dresscode beachten. Aber natürlich gibts auch Nachteile. Zum einen muss man erstmal eine Party finden, dann muss man hinkommen (was hier schonmal zum Problem werden kann, da man überall mit dem Auto hinfahren muss) und dann kann es natürlich auch sein das die Polizei vorbeikommt und die Party beendet. Dieses Risiko besteht vor allem in der Nähe des Campus und wenn sich überwiegend jüngeres Publikum auf der Party befindet.
Ich muss ehrlich sagen, ich kannte bis jetzt vielleicht einen Hausbesitzer bei dem eine Party stattfand. Und ich war schon auf einigen. Teilweise geht man direkt auf 2-3 Partys an einem Abend. Je nach Stimmung, Leuten und Polizei. Bei meiner ersten “wirklichen” Hausparty hier, musste ich direkt an diese typischen amerikanischen Collegefilme denken. Es war eine Megaparty in einem Haus, drinnen alles voll, Terrasse vorne voll, und die Veranda hinten raus natürlich auch. Das ganze etwa 5min zu Fuß vom Campus weg. Da musste ja was passieren…
Plötzlich ging ein Aufschrei durch die Menge: Party Patrol, die Cops kommen! Alle unter 21 raus! Es hätte in keinem Film besser sein können. Alle ohne ID und unter 21 wurden plötzlich recht panisch und suchten nach dem schnellsten Weg raus. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Eine größere Gruppe sprang tatsächlich über die Gartenzäune in die Gärten der Nachbarn und lief davon. Sowas hab ich ja auch noch nicht gesehen. 10min später waren die Cops dann wirklich da. Mit 5(!!!) Streifenwagen kamen sie vor das Haus gefahren und liefen von allen Seiten mit Taschenlampen um das Haus und lösten die Party auf. Von ein paar Amerikanern erfuhr ich aber, dass das es ein relativ ruhiger Einsatz war, da keine IDs kontrolliert wurden und auch niemand festgenommen wurde. Das kann hier ohne weiteres schon mal passieren.
Natürlich wollte noch keiner nach Hause gehen, also wurde sich kurz danach zusammengefunden und auf die nächste Party ein paar Straßen weiter getroffen. Diese verlief dann auch relativ ruhig.
Die gesammte Partykultur hier ist anders als bei uns. Ich empfinde es auch als wesentlich angenehmer auf einer Party mit vielen Internationals zu sein, als rein amerikanische Partys. Dies liegt vor allem an der Trinkeinstellung. Da ich meistens fahre, kann ich sowieso nichts trinken. Da es hier für Jungendliche relativ schwer ist an Alkohol ranzukommen wird, wenn denn was da ist, immer zügig getrunken, damit es sich auch gelohnt hat, falls die Polizei irgendwo auftaucht. Dadurch sind die meistens Amerikaner nach ca. 2h schon total voll, während Leute aus Europa oder auch anderen Ländern, in denen Alkoholkonsum anders abläuft eher genießen und eben nicht total voll in der Ecke rumliegen. Aber gut, das Bier was es hier gibt kann man auch nur schnell kalt oder besser überhaupt net trinken.
Ich mach mich jetzt mal auf die Suche nach ner Party
Will ja schließlich heute Abend noch weggehen…



