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11 Februar 2010

Winter in DC

Liebe Freunde,

nun habe ich nach einer sehr gedehnten Pause endlich wieder die Zeit gefunden, mich bei euch zu melden und zu berichten, was es in den USA Neues gibt (und das ist nach dieser langen Zeit so Einiges).

Der Dezember war unglaublich, es ist viel passiert, ich habe viel gesehen und hatte eine sehr gute Zeit. Zuerst habe ich mein Semester Economic Policy mit den Final Exams und der obligatorischen Zeugnisverleihungszeremonie beendet, den ersteren verdanke ich die Note „A“ in allen drei Fächern, die letztere fand natürlich typisch amerikanisch mit Cap-and-Gown-Foto statt. Wobei es ausgesprochen schade ist, dass diese wahnsinnig interessante Zeit schon wieder vorbei ist.

Ich habe viele interessante Menschen kennen gelernt, interessante Einblicke in’s Policymaking hier in DC erhalten, einige sehr interessante Speaker gehört und viele bedeutungsvolle Orte besucht. Ein großer Dank gebührt hier unserer Professorin, Sue Headlee, die durch ihre zahlreichen Kontakte das alles möglich gemacht hat.

Ein besonderes Ereignis zum Ende des Semesters, auf das ich noch kurz eingehen möchte, war übrigens ein Hearing im Senat, das ich mit einigen Kommilitonen besucht habe und bei welchem der Präsident der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, seinen Rechenschaftsbericht vorgelegt hat und sich für seine sehr lockere Geldpolitik der letzten Monate rechtfertigen musste, wobei die republikanischen und einige unabhängige Senatoren überhaupt kein gutes Haar an ihm gelassen haben.

Die Zeit an der American University werde ich immer in guter Erinnerung behalten; es war eine einmalige Erfahrung, die mich mit Sicherheit in vielen Dingen geprägt hat.

Nichtsdestotrotz bin ich ebenso froh darum, dass ich nun seit Anfang diesen Jahres als Praktikant bei den kooperierenden Kanzleien Gray and Schmitz LLP und Mayer Brown LLP arbeiten darf, doch dazu später mehr.

Nachdem ich mein Semester an der AU abgeschlossen hatte, hatte ich drei Wochen zur freien Verfügung, die natürlich genutzt werden wollten! So bin ich zwei Tage nach meinen Finals zu meinem guten Freund Tim geflogen, ebenfalls Teilnehmer im PPP und ursprünglich im schönen Hamburg beheimatet; er verbringt dieses Jahr im ca. 11.000 Einwohner großen Dyersburg in Tennessee.

Somit waren wir nun in den USA quasi in getauschten Rollen; er, aus der Großstadt, nun in der Provinz in den Südstaaten und ich, aus dem beschaulichen Sauerland, nun in der Hauptstadt der USA—ich stellte mich (zu Recht) auf einen komplett anderen Teil der USA ein.

Doch bevor wir nach Dyersburg gingen, besuchten wir Hüseyin, ebenfalls PPPler und nun in Memphis untergekommen. Dort haben wir dann zu dritt die örtlichen Sehenswürdigkeiten besichtigt, unter Anderem auch Graceland. Wenn man schon einmal die Gelegenheit hat, das Anwesen des King of Rock’n’Roll zu besichtigen, kann man sich das natürlich nicht entgehen lassen…

Nachdem ich diese obligatorische Sehenswürdigkeit besichtigt hatte ging es dann in’s sehr übersichtliche Dyersburg—schon die Fahrt war interessant genug, ist Tennessee doch landschaftlich schon deutlich anders als Virginia: es gibt kaum Hügel, kaum Bäume und die Straßen gehen meilenweit nur geradeaus—eigentlich perfekt zum Schnellfahren, aber im Gegensatz zur guten deutschen Autobahn gilt schön 60 Meilen pro Stunde, oder 100 km/h Höchstgeschwindigkeit…

Der größere Kulturschock kam jedoch noch: Tim, Hüseyin und ich mussten unsere Reunion natürlich gebührend feiern, und so haben wir (u.a. mit einem 5l Fass deutschem Bier und) mit einigen Bekannten von Tim im Partykeller seiner Gasteltern gefeiert; dabei wollten mir allen Ernstes zwei seiner in Tennessee geborenen und aufgewachsenen Bekannten (wohlgemerkt mit College-Ausbildung!) weiß machen, Gott habe die Erde tatsächlich in 6 Tagen erschaffen und alles Gerede von der Evolutionslehre, das ja vor allem bei mir in den Nordstaaten verbreitet würde, wäre großer Blödsinn. Mir als (ich bezeichne mich einfach mal so) aufgeklärtem und weltoffenen Bildungsbürger verschlug es hier ganz einfach die Sprache, mit so etwas hätte ich nun wirklich nicht gerechnet und blieb daher auch eine angemessene Antwort schuldig, stattdessen wand ich mich einfach nett lächelnd ab und widmete mich anderen Anwesenden. Aber jedem sein Glaube, wer bin ich, hier die Gretchenfrage zu stellen…

Auf diesen Kulturschock folgte allerdings relativ bald der nächste: am nächsten Tag entschieden wir uns, eine Gun Show zu besuchen, die in einer naheliegenden Mall stattfinden sollte. Als ehemaliger Sportschütze und guter Freund einiger Jäger und der Jagd selbst zögerte ich kaum, als wir uns auf den Weg dorthin machten, allerdings machten mich vor Ort schon die zahlreichen Pickup-Trucks mit Konföderiertenflagge als Stoßstangenaufkleber, die vor der Mall parkten, stutzig. Dementsprechend sahen wir dort auch die typischen, dem Klischee entsprechenden Besitzer dieser Fahrzeuge: allesamt in Camouflage-Latzhosen, zwar zumeist ausgesprochen nett, aber trotz alledem etwas eigenwillig. Vor allem die Tatsache, dass uns auf Nachfrage ein Herr erklärte, die Schusswaffen an seinem Stand könne man direkt und ohne Berechtigungsprüfung mit nach Hause nehmen, da er auf die Vorschriften wenig gäbe und die Devotionalien der Epoche deutscher Geschichte zwischen 1933 und ’45 die an einigen Ständen angeboten wurden, hinterließen doch einen etwas seltsamen Nachgeschmack.

Aber nichtsdestotrotz: gerade die vielen Unterschiede zu meiner momentanen Heimat im District of Columbia machten den Urlaub in Tennessee umso interessanter und lohnenswerter—man kann nur mitreden, wenn man selbst dort gewesen und es erlebt hat. Und von diesen „interessanten“ Einzelfällen (?) abgesehen waren die Einwohner Tennessees, die mir begegnet sind, ausgesprochen freundlich und interessiert an uns als „Juniorbotschaftern“ der Bundesrepublik.

Kurz nach meiner Rückkehr nach Springfield wurde es wieder interessant: wir sahen uns nur einige Tage vor Weihnachten mit dem größten Schneesturm seit 1932 konfrontiert, es fielen ca. 20 Inches (in etwa ein halber Meter) Schnee, wobei die Gegend vollkommen unvorbereitet getroffen wurde: hier besitzt niemand Winterreifen, Räumdienste bestehen aus Pickup-Trucks mit Schneeschildern und Streusalz ist rar.

So waren wir dann einen ganzen Tag komplett eingeschneit, die Straßen waren unbefahrbar und wir verbrachten den ganzen Tag zu Hause. Das wäre alles kein Problem gewesen, hätte meine Gastfamilie, die Howards, nicht für den nächsten Tag einen Flug nach Florida gebucht. Die beiden Mädels, Lisa und Kim, hatten eine Aufführung mit ihrer Tanzschule in Disneyworld. Also mussten wir auf unzureichend geräumten Straßen mit Sommerreifen im vorderradgetriebenen, über zwei Tonnen schweren Honda Odyssee eine eben diese, Odyssee, antreten: zum Flughafen Ronald Reagan Washington National und für mich wieder zurück.

Überraschenderweise klappte dies soweit problemlos (nur auf der Rückfahrt bin ich in der Nachbarschaft einmal steckengeblieben), bis ich dann den Anruf bekam, der Flug wäre abgesagt worden. So bin ich dann noch einmal zum Flughafen, um dort das Auto abzugeben (sie hatten sich entschieden, die Fahrt selbst anzutreten) und bin dann mit zwei Nachbarn und Lisa, die sich geweigert hatte eine 18-stündige Autofahrt anzutreten, nach Hause zu fahren.

Nachdem das alles geklappt hatte und die Straßen auch merklich besser befahrbar wurden, bekam ich dann später am Tag Besuch von drei weiteren PPPlern: Rani und Lukas aus Kansas City und Lisa aus Pennsylvania kamen mich besuchen, um sich von mir die Hauptstadt zeigen zu lassen. So verbrachten wir die nächsten Tage auch damit, uns die großen Sehenswürdigkeiten anzuschauen und den letzten Tag des kurzen Besuchs mit der vom Washingtoner Büro unserer Austauschorganisation CDS organisierten Weihnachtsfeier abzuschließen. Im Rahmen dieser besuchten wir das Newseum (absolute Empfehlung für jeden, der Washington besucht!) und aßen im Restaurant „Oya“ (ebenfalls sehr empfehlenswert).

Die Weihnachtsfeier läutete dann auch schon die Feiertage ein: nachdem es erst nicht sicher war, ob meine Gastfamilie rechtzeitig zum 1. Weihnachtstag wieder zu Hause sein konnte, waren sie dann doch spät an Heiligabend noch zurück und wir konnten ein sehr schönes Weihnachtsfest miteinander verbringen. Die ersten Stunden am Weihnachtsmorgen mussten wir jedoch ohne Strom auskommen—was aber der Stimmung überhaupt keinen Abbruch tat, eher im Gegenteil.

Die Zeit zwischen den Feiertagen habe ich noch einmal für einen spontanen Kurzurlaub in New York City genutzt, dabei sowohl die Gelegenheit zum Afterchristmas-Shopping als auch zum winterlichen Sightseeing genutzt. Die Eislaufbahn vor dem Rockefeller Center beispielsweise ist wirklich schön, allerdings war die komplette Stadt unglaublich voll von Touristen zu dieser Zeit—bei meinem letzten Aufenthalt im September waren gefühlt nicht einmal halb so viele Menschen da.

Nach meiner Rückkehr stand auch sofort schon der Jahreswechsel an, wobei das allerdings hier in den Vereinigten Staaten nicht annähernd so groß gefeiert wird wie daheim in Deutschland. Wir haben den Abend selbst dann damit verbracht, DVDs zu schauen und Spiele zu spielen, bevor wir um 12 den Countdown am Times Square auf NBC geschaut haben.

Feuerwerk gab es keins—die komplette Nachbarschaft war ruhig und dunkel, eine für mich  ungewohnte Art und Weise, das neue Jahr einzuleiten. Das große Feuerwerk wird hier jedes Jahr zum Nationalfeiertag am 4. Juli gezündet—ich bin schon gespannt.

Im neuen Jahr hat sich bis jetzt eigentlich relativ wenig Neues ergeben: im Januar habe ich mein Vollzeitpraktikum bei der Wirtschaftskanzlei Gray and Schmitz, bei der ich auch mein Teilzeitpraktikum während meiner Zeit an der American University absolviert habe, begonnen. Momentan ist es jedoch wahrscheinlich, dass ich, um weitere, neue Einblicke zu erhalten schon bald von der I Street zur größeren Partnerkanzlei Mayer Brown LLP in die K Street wechseln werde—Details werden zur Zeit noch ausgearbeitet.

Dann sind zum Anderen im Moment noch sechs andere PPP’ler im Rahmen des Congressional Internship Program zu Gast in DC, leider konnten wir uns aus Zeitmangel kaum sehen und bis dato war ein gemeinsamer Termin mit CDS im US Department of Labor die einzige Gelegenheit, mal ein wenig Zeit miteinander zu verbringen.

Während ich an diesem Blog schreibe, bin ich übrigens schon seit 6 Tagen eingeschneit, dank des größten Schneesturms seit Aufzeichnung des Wetters hier in Washington. Dieses Schicksal teile ich, wie ich aus der Zeitung erfahren habe übrigens mit unserem Landesvater in NRW, Jürgen Rüttgers, der auf dem Weg nach Kalifornien war um sich mit Arnold Schwarzenegger zu treffen und ebenfalls nicht Washington verlassen kann.

Nachdem im Dezember schon der Rekord von 1932 gebrochen wurde haben wir nun dieses Mal den Rekord von 28 Inches Schnee aus dem Winter 1922 (dem Ein- oder Anderen auch als der legendäre „Knickerbocker-Winter“ bekannt) gebrochen.

Auf Winter ist hier, auch nach den Erfahrungen im Dezember, noch kaum jemand vorbereitet: Winterreifen besitzt immer noch niemand, die Heavy-Duty-Pickup-Trucks mit Schneeschild die hier als Räumdienste fungieren erfüllen eher schlecht als recht ihre Funktion und Streusalz steht dank einer das Angebot deutlich übertreffenden Nachfrage auf den hiesigen Märkten auf einem Allzeithoch.

Über Care-Pakete mit Streusalz, Heizdecken, Tee und deutscher Schokolade würde ich mich übrigens in der jetzigen Situation sehr freuen (nur als kleinen Hinweis ;-) !), wenn die Post nur durchkäme…

Viele liebe Grüße und bis bald

Euer David

PS: hier noch ein paar Bilder der letzten Wochen und Monate

Graduation-Ceremony at American University

Graduation-Ceremony an der American University

Graduation at American University, meine Gastschwester Lisa und ich

Meine Gastschwester Lisa und ich auf der Graduation Ceremony

Elvis_und_ich

Elvis und ich, in Memphis

Ich_am_Mississippi

Am Mississippi

Camaro_und_ich

Nach der Probefahrt mit meinem neuen “Spielzeug”, dem 2009er Chevy Camaro 6.2 ;-)

Das Washington Monument, Lukas, Rani, Lisa und ich

Das Washington Monument, Lukas, Rani, Lisa und ich

Lincoln Memorial

Lincoln Memorial

Capitol

Das Capitol

Rockefeller_Center

Am Rockefeller Center in NYC

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18 November 2009

Zwischenbericht No. 3

Hallo liebe Freunde und Verwandte,

nach einer etwas längeren Pause habe ich nun endlich die Zeit gefunden, mich wieder einmal aus den USA zu melden. In den letzten Wochen haben mich die Uni und das Praktikum stark beschäftigt, neben den Mid-Terms standen einige Paper, Präsentationen, Gruppenvorträge und verschiedene Research-Projekte auf der Agenda und haben meine Freizeit erst einmal minimiert…

Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht: die Zeit an der American University neigt sich schon wieder dem Ende zu, jetzt stehen nur noch ein paar Paper und die Final Exams Anfang Dezember an, danach ist dieser Teil meines USA-Jahres auch schon wieder abgeschlossen.

Die Uni ist nach wie vor grossartig und ausgesprochen lehrreich, insbesondere die Speaker die wir wöchentlich sehen. Unter anderem waren wir in den letzten Wochen in der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds, der National Association of Manufacturers, dem Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO und in der Mexikanischen Botschaft. Zudem haben wir einige Hearings im Senate besucht, unter Anderem eines im Senate Environmental and Public Works Committee mit John Kerry. Langsam bekommen wir einen relativ guten Einblick in die Prozesse des „Decision Making“ hier in Washington, D.C. Für alle Anliegen gibt es unzählige Committees, NGOs, Offices, Lobbies etc. etc. die sich mit dem Thema befassen und dementsprechend versuchen ihre Sichtweise zu vertreten und durchzusetzen. Interessant ist auch, dass es trotz der vielen non-partisan, non-profit, non-governmental-organisations fast immer nur exakt zwei Positionen gibt. Ein den Demokraten und ein den Republikanern nahestehendes Institut. Es ist zwar nicht überall so, aber in einem Großteil der Büros,  die wir besichtigt haben  – neutrale Positionen sind relativ selten.

Auch trotz fehlender Parteiendisziplin, wie sie im deutschen Bundestag existiert, habe ich es doch so erfahren, dass auch hier innerhalb der Parteien eine sehr große Übereinstimmung mit der offiziellen Parteilinie existiert. Zumindest bei den momentan großen Themen Umweltschutz, Gesundheitsreform und Finanzdienstleistungsaufsicht vertreten die Anhänger beider Parteien doch genau die Linie, die die Parteiführung vorsieht und Abweichler treten kaum in den Vordergrund. Dies mag zwar auf den ersten Blick offensichtlich sein, aber da die USA eben offiziell keine Parteiendisziplin haben, war es eigentlich sonst nicht unüblich, dass auch innerhalb der Parteien stark debattiert wurde und sich verschiedene Lager mit verschiedenen Interessen und Ansichten gebildet haben. Die Parteien waren ein eher loser Zusammenschluss mit grob einheitlichen politischen Ausrichtungen. Heute scheint sich das System auch hier eher in Richtung der Europäischen Parteienbildung zu entwickeln.

Gerade sind meine beiden Praktikums-Chefs Gray und Schmitz aus Deutschland zurückgekehrt; sie haben beide in Berlin an der Feier zum 20sten Jahrestages des Falls der Mauer teilgenommen, mit Helmut Kohl, George H. W. Bush und Michail Gorbatschow. Seitdem liegt auf einem Schreibtisch ein Stück der Berliner Mauer mit den Unterschriften der drei Politiker. Übrigens: Einer meiner Vorgänger bei J.P.Schmitz als Praktikant war K.T. zu Guttenberg!

Was die wenige mir noch bleibende Freizeit angeht, gibt es seit dem letzten Bericht auch einiges zu berichten: Anfang Oktober war der Dalai Lama zu Gast hier in D.C. und hat unter Anderem auch in einem Gebäude meiner Uni einen Vortrag aus seiner Reihe „The Heart of Change“ gehalten und dort über die Grundthesen des Buddhismus, seine Sichtweise auf andere Religionen im allgemeinen und den Weg zur Erleuchtung gehalten, das alles in 1 ½ Stunden!! Es war sehr interessant, wobei natürlich auch im Rahmen dieser Veranstaltung auf dem Campusgelände überall Bücher seiner Heiligkeit und tibetische Handarbeiten verkauft wurden… Gut, für seine zahlreichen Reisen muss auch der Dalai Lama irgendwie Geld verdienen.

Ein anderes, kaum vergleichbares, aber trotzdem interessantes Erlebnis war die Northern-Virginia-Interpretation des urdeutschen (oder besser urbayerischen) Oktoberfestes! Es gab zwar deutsches Bier (Franziskaner à 5$ der Pappbecher!!! Undeutscher hätte man das Bier kaum anbieten können…) und auch eine Blasmusikkapelle, aber ansonsten war es eher ein Volksfest wie alle Anderen auch hier in Virginia. Es gab Fahrgeschäfte und Essen aus kleinen Ständen, wobei der deutsche Bezug eher nebensächlich war.

Trotz alledem hatte ich eine ausgesprochen gute Zeit und einen sehr schönen Nachmittag dort mit meiner Gastfamilie verbracht.

Nach dieser doch ganz amüsanten Erfahrung war nun am 31. Oktober schon Halloween, was in meiner Gastfamilie unter allen Feiertagen definitiv sehr weit vorne rangiert. Dementsprechend wurde schon 3 Wochen im Vorhinein das Haus entsprechend dekoriert und es wurden (ständig wechselnde) Pläne unsere Kostümierung betreffend gemacht… Zum Schluss einigten sich dann alle auf Comic-Superhelden als Thema; ich habe mich zum Beispiel als Robin und meine Gastmom Mrs. Howard hat sich als Batman verkleidet!

Halloween selbst war ausgesprochen lustig; da es ja mein erstes „echtes“ Halloween war, mussten wir natürlich dem ur-amerikanischen Brauch entsprechend „Trick-or-Treating“ gehen. Die Nachbarn hatten zum Glück alle Humor und einige haben mir als deutschem Austauschstudenten anstatt der üblichen Schokolade dann doch lieber ein Bier gegeben… Der Abend endete dann damit, dass wir bei meiner Gastfamilie zu Hause alte Horrorfilme geschaut haben. Halloween war definitiv eine erinnerungswürdige Erfahrung!

Halloween liegt nun auch schon wieder zwei Wochen zurück, in der Zwischenzeit hat mich die Uni wieder mit einigen Papers und Präsentationen beschäftigt gehalten. Die Zeit rast ungemein: in vier Wochen sind schon die Final Exams und das Semester ist somit bald schon wieder vorüber!

Weihnachten steht auch bald schon wieder vor der Tür (und das merkt man wirklich überall: die Dekoration wächst wöchentlich und in jedem Geschäft wird man gefragt, ob das Gekaufte denn auch als Geschenk eingepackt werden soll…)

Ansonsten ist hier alles beim Alten, die Vorbereitungen auf die Final Exams binden mich momentan stark ein und die Arbeit im Teilzeitpraktikum steht dem auch in nichts nach!

Wenn sich hier im Dezember alles wieder etwas gelegt hat und es Neues gibt, melde ich mich wieder einmal mit einer neuen Mail!

Bis dahin und viele liebe Grüße aus den USA,

David

White House

White House


Pres. Lincoln

Pres. Lincoln


Washington Monument & Reflecting Pool

Washington Monument & Reflecting Pool


World War II Memorial

World War II Memorial


Washinton Monument

Washinton Monument


His Holiness, the XIV. Dalai Lama

His Holiness, the XIV. Dalai Lama


Halloween Decoration

Halloween Decoration


Lisa, Kime & Me at the "Oktoberfest" (or what the Americans call Oktoberfest...)

Lisa, Kime & Me at the "Oktoberfest" (or what the Americans call Oktoberfest...)

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27 September 2009

Erster Zwischenbericht

Liebe Freunde und Verwandte,

nach 4 Wochen melde ich mich nun das zweite Mal aus den USA.

Inzwischen habe ich mich schon sehr gut eingelebt, hier in der Washington Metropolitan Area. Die Uni ist nach wie vor sehr interessant, wir haben in der Zwischenzeit schon das Pentagon, das Capitol und einige Hearings im House Commitee on Financial Services besucht, unter Anderem haben wir dort Timothy Geithner, den Secretary of the Treasury gesehen. Die Stadt ist wirklich einmalig interessant, allerdings kommt man neben der Uni kaum dazu, all das zu besichtigen, was man gerne sehen möchte. Wir müssen einige Papers zu verschiedenen Themen schreiben, mussten uns um einen Praktikumsplatz für jeweils 2 Tage die Woche kümmern, jede Woche 100 bis 150 Seiten aus einem unserer Bücher zu Wirtschaft, Politik und Umwelt lesen und die Mid-Terms stehen auch schon vor der Tür. Langweilig wird mir hier immer noch nicht!

Seit zwei Wochen arbeite ich nun auch schon in meinem Praktikum, das heißt für mich, von Montag bis Mittwoch zur Uni gehen und Donnerstag und Freitag an Rechercheprojekten für die Wirtschaftskanzlei Gray and Schmitz arbeiten. Dort gefällt es mir ausgesprochen gut, die Arbeitsaufträge sind interessant und meine Arbeitszeiten flexibel, ich kann sogar an einem Teil der Tage von zu Hause aus arbeiten und reiche meine Arbeiten dann per Mail ein. Deren Fokus liegt auf Umweltangelegenheiten und Kartellrecht.  Da die Kanzlei noch mitten in der Gründungsphase ist, ist es umso interessanter für mich. Hier arbeiten 5 Anwälte, 2 Assistentinnen und eine Dame für die Personalabteilung, an einer Expansion wird aber schon intensiv gearbeitet. Die beiden Firmengründer, John P. Schmitz und C. Boyden Gray haben beide schon im Weißen Haus gearbeitet, für George Bush Senior und Junior und sind mit beiden immer noch gut befreundet. Unser Office liegt auf der I Street, North West, im neunten Stock eines historischen Bürogebäudes mit Blick auf einen naheliegenden Park und direkt gegenüber der Metro Station Farragut West, was natürlich die Anreise angenehm einfach gestaltet…

In New York war ich in der Zwischenzeit auch ein zweites Mal, die Uni hat eine 3-tägige Tour über’s Labor Day Weekend angeboten. Dieses Mal hatte ich zum Glück etwas mehr Zeit, die Stadt und die Sehenswürdigkeiten zu sehen. South Manhattan und Greenwich Village sollte man sich definitiv mal anschauen, wenn man mal die Gelegenheit dazu hat! Es war auch auf jeden Fall noch nicht mein letzter Besuch, es gibt immer noch einiges zu sehen…

Mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich nach wie vor bestens, auch wenn wir nur noch am Wochenende wirklich etwas unternehmen können, da wir alle so beschäftigt sind. Der Dad ist auch recht häufig für seine Firma iDefense (eine Tochterfirma von Verisign) unterwegs, gerade war er beispielsweise für 3 Tage in Miami. Ich hatte ihm angeboten, dass ich das sehr gerne für ihn übernehmen könnte, aber da sich meine Programmierkenntnisse leider in Grenzen halten, wäre das seinen Kunden vermutlich schnell aufgefallen :-D

Ansonsten hat hier inzwischen doch schon eine Art Alltag Einzug gehalten, was auch definitiv gut so ist. Ich kann mich jetzt auf das Wesentliche konzentrieren und meine Aufmerksamkeit total auf meine Arbeit an der Uni und für die Kanzlei fokussieren. Die Metro-Linien und Busverbindungen kenn ich schon (fast) im Schlaf und ebenfalls alle Starbucks-, Wholefood- und Potbelly‘s Filialen an der K Street, der Tenleytown- und der Metro-Center-Station…

Ich freue mich übrigens immer über E-Mails und Nachrichten aller Art, auch wenn Ihr damit rechnen könnt, dass eine Antwort derzeit bis zu 2 Wochen brauchen kann ;-)

Also, viele Grüße aus Springfield und bis dahin,

David

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1 September 2009

Bilder

Hallo zusammen,

auf allgemeinen Wunsch gibt es nun mehr davon:

Als Banker musste ich natürlich ein Bild an der Wall Street machen :-)

Als Banker musste ich natürlich ein Bild an der Wall Street machen :-)

Meine Uni in Washington, D.C. (American University, Tenley Campus)

Meine Uni in Washington, D.C. (American University, Tenley Campus)

New York bei Nacht, vom Rockefeller Center aus

New York bei Nacht, vom Rockefeller Center aus

Auf der Terasse vom Newseum, im Hintergrund das Capitol

Auf der Terasse vom Newseum, im Hintergrund das Capitol

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21 August 2009

Ankunft!

Liebe Freunde und Verwandte,

ich möchte mich nun das erste Mal aus den Vereinigten Staaten melden.

Nachdem ich nun am 04. August in New York angekommen bin, wurde ich dort in einem dreitägigen Seminar im deutschen Haus am UN-Plaza auf das vorbereitet, was uns nun im Laufe des kommenden Jahres erwarten würde. Das Team von CDS-International hat sich wirklich gut um uns gekümmert und neben den eher trockenen Themen Autokauf und Bewerbungstraining auch gut auf die vielen zwischenmenschlichen Aspekte und Alltäglichkeiten im Leben in den USA vorbereitet.

Neben all dem blieb uns aber auch noch genug Zeit, die “Stadt, die niemals schläft” und ihre zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Unter Anderem standen bei mir so der Central Park, das Rockefeller-Center, die Freiheitsstatue und, als Banker natürlich, die Wall Street auf der Agenda. Diese Stadt ist wirklich beeindruckend, in vieler Hinsicht, und definitiv
mehr als nur eine Reise wert!

Nach der (sehr) kurzen Zeit im “Big Apple” war für mich dann schon am Freitag, dem 7., die Weiterreise an meinen entgültigen Bestimmungsort für die nächsten 12 Monate geplant: an der Penn Station bestieg ich den Megabus in Richtung Washington, D.C.. Die Fahrt war zwar lang und (dank Klimaanlage) auch ausgesprochen kalt, brachte aber uns und unser Gepäck sicher in die Hauptstadt.

Dort wurde ich auch schon herzlich von meiner Gastmum Kathy und meinem Gastbruder Steven empfangen, die mich dann direkt nach Hause zur (deutschen) Grandma Mrs. Damrose brachten (sie kommt ursprünglich
aus Ettlingen bei Karlsruhe). Ich wurde unterwegs allerdings schon vorgewarnt, dass wir dort nicht lange bleiben würden, da die jüngste der beidern Gastschwestern, Kim, eine Tanzperformance an ihrer High School hatte, und so waren wir dann auch circa 5 Minuten bei der Grandma, was gerade dazu reichte, die Grandma selbst, die ältere Gastschwester Lisa und ihre beste Freundin Lizz kennenzulernen, ein Sandwich für unterwegs zu greifen, und schon waren wir wieder unterwegs. Ich habe mir dann auf dem Weg erklären lassen, dass es in den USA absolut üblich ist, während der Fahrt zu essen, auch für den Fahrer… Für mich als Autoreinigungsfanatischen und stets um den Zustand seiner Autositze besorgten Deutschen war das natürlich der erste Kulturschock!
Bei der Veranstaltung selbst hab ich dann auch den Hostdad Rick
kennengelernt. Nachdem ich nun endlich alle kannte und die Tanzperformance vorüber war, haben mich Rick, Lisa und Lizz gefragt, ob ich nicht mit ins Kino kommen möchte. Mein zweiter kultureller Eindruck von Springfield, nach der High School-Tanzveranstaltung, war also der “G.I.-Joe”-Kinofilm samt mexikanischem Essen davor…
Bevor ich dann nach dem langen Trip endlich mein Zimmer beziehen durfte, hatten wir schon fast eins in der Nacht.

Nun bin ich schon zwei Wochen bei Mrs. Damrose und den Howards, und es gefällt mir immer besser! Inzwischen habe ich schon meine US-Sozialversicherungsnummer, meinen US-Führerschein und schon
viel von der Umgebung und Washington gesehen. Seit Montag, dem 17. August, gehe ich nun hier zur Uni und studiere “Economic Policy” an der American University, im Washington Semester Program. Das ist ein spezielles Programm für auswärtige und einheimische Studenten, die ein halbes Jahr
als Student und Praktikant in Washington verbringen möchten, denn zu diesem Programm gehört es auch, dass man jede Woche zwei Tage in einem Praktikum arbeitet. Ein anderer, zentraler, Teil dieses, in den USA einmaligen, Programms ist, dass die Studenten der verschiedenen Studienfächer an den drei Tagen Unterricht pro Woche neben dem “klassischen” Unterricht auch viele Behörden, Firmen, NGO’s etc. besuchen, um sich dort Vorträge anzuhören und diese zu diskutieren. Uns wurde schon
angekündigt, dass einige dieser Vorträge im Capitol, der Fed und dem Pentagon stattfinden werden.

Am Washington Semester Program nehmen insgesamt 400 Studenten teil, davon 220 Amerikaner, ca. 50 Deutsche und einige Franzosen, Koreaner, Norweger, Kolumbianer sowie Studenten aus weiteren 12 Nationen. Es ist eine sehr interessante Mischung, zumal an meinem Studiengang genau 6 Amerikaner, 6 Deutsche, 6 Franzosen und 5 weitere teilnehmen. Ich habe in den letzten Tagen schon viele nette Leute dort kennengelernt, wobei es wirklich interessant ist, dass alle, obwohl aus den unterschiedlichsten Heimatnationen, doch ähnliche Vorstellungen und Ansprüche an ihr
Auslandssemester stellen und die USA ganz ähnlich erleben.

Die Orientierungswoche hat heute mit dem “Welcome-BBQ” ihren Abschluss genommen, am Montag fängt das eigentliche Studium an. Sobald es dort Neuigkeiten gibt, zum Beispiel, wo ich das Praktikum verbringen werde, melde ich mich wieder.

Viele Grüße,

David

PS: hier noch ein paar Bilder aus New York und Springfield

Timessquare

Timessquare

Hier wohne ich.

Hier wohne ich.

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2 August 2009

Willkommen!

Willkommen in meinem persönlichen Blog auf 26ppp.de!

Auf dieser Seite berichte ich, David Christian Stock, über meine Erlebnisse, meinen Alltag und alles Andere (mehr oder weniger) erwähnenswerte meines Auslandsjahres in den USA.

Aber erstmal zu meiner Person: ich bin 21 Jahre alt, beheimatet in Sundern im Sauerland und habe, nachdem ich 2007 mein Abitur erreicht habe, im Sommer 2009 meine zweijährige Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank beendet.

In meiner Freizeit engagiere ich mich im Kreisvorstand der Jungen Union Hochsauerland, lese viel, unternehme viel mit meinen Freunden und gehe ab und an auch in’s Fitnessstudio. Von Zeit zu Zeit spiele ich auch die Orgel in unserer örtlichen Kirchengemeinde.

Nun werde ich ab August 2009 bis zum Juli 2010 in Springfield, Virginia leben, im benachbarten Washington, D.C. auf die American University gehen und ab Januar ein halbjähriges Praktikum absolvieren. Diese einmalige Erfahrung wird mir ermöglicht durch ein Stipendium des deutschen Bundestages und die Unterstützung meines Paten im Bundestag, dem Abgeordneten Friedrich Merz.

Ich lade jeden Besucher dieser Seite dazu ein, an meinen Erfahrungen und Erlebnissen teilzuhaben!

Viele Grüße,

David C. Stock

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